John, I’m Only Dancing

polecats

David Bowie weilt nicht mehr unter uns. Doch seine Musik, die bleibt. In unzähligen Inkarnationen. Von ihm selbst und von anderen. Er hat in den letzten Jahrzehnten so viel andere Musik inspiriert, und auch an Cover-Versionen seiner Stücke herrscht kein Mangel. Eine davon hat mich seit den späten 80ern nicht mehr losgelassen. Jetzt, zum Ableben des Thin White Duke, hatte ich sie plötzlich wieder im Ohr.

Es handelt sich um „John, I’m Only Dancing“, das 1981 von der damals zwischen New Wave und Rockabilly angesiedelten Londoner Band The Polecats veröffentlicht wurde. Mir selbst kam deren schmissige Version irgendwann in der zweiten Hälfte der 80er unter. Damals steckte ich als Teenager in einer Psycho- und Rockabilly-Phase, mir gefielen aber da eher die abseitigen Sachen, und dazu gehörte eben auch dieses Cover.

Mit Bowie hatte ich damals noch nicht so viel am Hut. Fürs „Low“-Album war ich zu spät geboren, ich kannte ihn eher aus dem Film „Christiane F.“ und von seinem großen 80er-Kracher „Let’s Dance“ – so richtig in Verbindung brachte ich diese drei verschiedenen Bowie-Phasen damals aber nicht, entsprechend wenig habe ich ihn damals abgefeiert. Da mussten erst die Polecats kommen und mir Bowie durch die Hintertür unterjubeln.

Doch für das Entdecken von David Bowie ist es nie zu spät, und so wird es auch in Zukunft sein. Was die Polecats (auf deutsch: Die Iltisse!) angeht: Die lösten sich bald auf, um später wieder zusammen zu kommen, anscheinend tingeln sie immer noch ab und zu. Ihr Gründungsmitglied Boz Boorer stieß 1991 zu Morrissey und schreibt und spielt noch heute mit ihm. Apropos: Ich hoffe, der Mozzer bleibt uns noch eine Weile erhalten?!