Eno on the Moon

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Bei einer Vinyl-Listening-Session mit Hade fiel mir gestern wieder das großartige Album „Apollo: Atmospheres & Soundtracks“ von Brian Eno in die Hände. Ein wunderbares Stück Ambient Music – die Tracks sind buchstäblich weit draußen und bleiben dennoch ganz nah an den Apollo-Astronauten und den Emotionen während ihrer Reisen ins All.

Erstaunlich an dem Album von Eno ist, dass es bereits 1983 erschien – die endgültige Fassung des Dokumentarfilms von Al Reinert, der ihn für die Musik angefragt hatte, wurde aber erst 1989 unter dem Namen „For All Mankind“ veröffentlicht. Leider gibt es von der faszinierenden Doku auf Youtube nur eine offensichtlich von Video überspielte Fassung in acht Teilen zu sehen – streamen lässt sich das Ding in HD über Amazon. Ich würde es aber eigentlich am liebsten mal im Kino sehen und hören.

Die von der NASA stammenden Filmaufnahmen sind durchweg spektakulär und die darüber gelegten Interview-Ausschnitte aus dem Off bringen die spannende Ära der Mond-Missionen unheimlich nah – in Verbindung mit den Stücken von Enos Soundtrack, die seither teilweise längst ein Eigenleben entwickelt haben: „An Ending (Ascent)“ ist in vielen Werbespots sowie in den Filmen „Traffic“ und „28 Days Later“ zu hören, wurde von Burial gesamplet und ist bei Youtube sogar als einstündiger Loop abrufbar. Und dann gibt es da noch das wunderschöne „Deep Blue Day“.

Eines der faszinierendsten Stücke auf dem Album, das zwischen dem einprägsam schunkelnden Gitarren-Thema und den schwerelosen Synthesizern eine Art Space-Country entwickelt – und damit eine exakte musikalische Entsprechung des Geistes darstellt, mit dem die amerikanischen NASA-Haudegen damals die „Final Frontier“ zwischen Erde und Mond für die Menschheit eroberten. Konnte ja noch keiner wissen, dass das mal in einer der schrägsten Szenen von „Trainspotting“ verwendet werden würde, wo es auch um eine Art „Final Frontier“ ging. Brian Eno wird es bestimmt gefallen haben, denn Humor hat er ja.